Die anatomischen Unterschiede zwischen Mann und Frau

Hintergrund

Es ist offensichtlich, dass Mann und Frau unterschiedliche Körper haben. Oft genug aber habe ich feststellen müssen, dass diese anatomischen Unterschiede beim Kauf von Betten ignoriert werden. Besonders Paare kommen oft zu mir und möchten einheitliche Betten kaufen, damit die Matratzen gleich hoch sind, keine „Besucherritze“ entsteht oder weil ungleiche Betten einfach „doof“ aussehen.
In diesem Beitrag versuche ich erklären, warum das fast nie eine gute Idee ist.

Der Körper

Männer sind in der Regel größer als deren Frauen. Männer sind außerdem meist schwerer. Auch dann, wenn beide vergleichbar groß sind. Das liegt z. B. an der Muskelmasse, die bei Männern in der Regel stärker ausgeprägt sind als bei Frauen. Frauen und Männer haben natürlich auch deutlich unterschiedliche Beckenformen. Genau darauf möchte ich meinen ersten Fokus legen.

Becken des Mannes
Becken der Frau

 

 

 

 

 

 

Die Wirbelsäule des Mannes wird vom Beckenkamm bis zum 2. oder 3. Lendenwirbel rechts und links umschlossen. Ich bezeichne das als Führung oder Stabilisator der Wirbelsäule. In der Seitenlage wird diese anatomische Besonderheit sehr wichtig. In Seitenlage trifft der Beckenkamm auf die Matratze. Die seitlichen Beckenknochen bieten bis zum Oberschenkel beim Mann viel mehr „Auflagefläche“ als bei der Frau. Durch eine vergrößerte Auflagefläche wird der Druck des Körpers viel gleichmäßiger an die Matratze abgegeben.

Bei der Frau endet der Beckenkamm bereits sehr früh. Sie stützt gerade noch den ersten Lendenwirbel. In Seitenlage liegt das Becken auf einer deutlich geringeren Fläche auf der Matratze auf als beim Mann. Der Druck auf die untere Wirbelsäule wird deutlich größer und verbiegt den weiblichen Körper, weil sich dieser an die Unterlage anpassen muss. Der Liegedruck zentriert sich sehr stark auf die Hüfte, Beckenschiefstände und Rückenschmerzen können leichter entstehen als beim Mann.

Im Laufe der Zeit kann dieser „Liegedruck“ bei beiden Geschlechtern eine Skoliose ausbilden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Ausbildung einer solchen Skoliose umso schneller einstellt, je härter die Menschen schlafen. Natürlich sind Seitenschläfer von einer solchen Entwicklung eher betroffen als Bauch- oder Rückenschläfer.

Man könnte sich natürlich vornehmen, einfach auf dem Bauch oder Rücken liegen zu bleiben und die Seitenlage zu vermeiden. Das funktioniert aber nur solange, bis wir wirklich eingeschlafen sind. Denn die allermeisten Bewegungen, die wir in der Nacht durchführen, finden unbewusst statt. So wechseln wir also mehrere Male die Schlaflage und drehen uns unbewusst auch in die Seitenlage.


Sie sollten die Seitenlage nicht versuchen zu verhindern aber Sie sollten dafür sorgen, dass Ihr Körper diese Seitenlage besser verträgt.


Da man die Seitenlage also nicht verhindern kann und sollte, muss man dafür sorgen, dass der Druck insgesamt besser an die Matratze abgegeben werden kann. Meine mehrere tausend Liegedruckmessungen mit meinen Kunden belegen, dass eine weiche Matratze mit abgestimmtem Einlegerahmen dieses am besten leisten kann.

So schwer es auch fällt, aus meiner Sicht muss man sich von dem Gedanken der einheitlichen Bettseiten, Boxspringbetten und Mehrzonenmatratzen und dem harten Liegen verabschieden. In den meisten Fällen kann der Partner nicht einmal mit dem Auto fahren, wenn er den Sitz und die Spiegel nicht auf seine Bedürfnisse einstellt. Warum sollten Sie und Ihr Partner in einheitlichen Betten liegen?

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